Sie ist das Nonplusultra für die Pflanzen in deinem Garten – der Ole Einar Bjørndalen unter den Nährstoff-Biathleten, die Beyoncé des Humusdüngers. Terra Preta ist eine der fruchtbarsten Erden der Welt. Und sie hat eine spannende Geschichte. Hier erfährst du alles über die schwarze Erde und wie du sie im eigenen Garten mit deinen Trockenkloinhalten selbst herstellen kannst.
Die Geschichte von Terra Preta
Terra preta ist vor vielen Jahrhunderten (die ältesten Erden sind sogar bis zu 8000 Jahre alt) durch Siedlungsaktivitäten von verschiedenen Völkern am Amazonas entstanden – indem Pflanzenkohle, Tonscherben und organische Materialien wie Küchenabfälle, Knochen, Dung und menschlichen Fäkalien miteinander vermischt wurden. Die wahrscheinlichste Hypothese zur Entstehung ist, dass fast alles, was in den Siedlungen an organischem Material anfiel, auf Haufen oder Mieten nahe der Haushalte gesammelt wurde und später – nach erfolgter Kompostierung – dann auf den Feldern ausgebracht wurde. Dort sorgten Bodenlebewesen über viele Jahrhunderte durch ihr stetiges Buddeln dafür, dass die Mischung in tiefere Bodenschichten verlagert wurde. Sie ist das Vermächtnis früher Hochkulturen und gleichzeitig ein Lösungsansatz für ein hochaktuelles Problem: Ein Großteil unserer Böden ist viel zu nährstoffarm, um Basis für eine nachhaltige Landwirtschaft zu sein. Terra preta könnte das ändern.
Fruchtbarkeit hoch 10 – Das Geheimnis dahinter
Der hohe Gehalt an Pflanzenkohle (ca. 20 %) sorgt dafür, dass die schwarze Erde große Mengen Nährstoffe und Wasser speichern kann und ideale Bedingungen für Bodenlebewesen wie Bakterien, Pilze und Regenwürmer schafft. Das macht die Erde besonders fruchtbar. Terra preta ist zudem nachhaltig fruchtbar, denn die ausgewogene Mischung aus Pflanzenkohle, Biomasse und organischem sowie mineralischem Material und die gebildeten Humusverbindungen sind besonders stabil und die spezielle Zusammensetzung aus Mikroorganismen sorgt für eine stetige Neubildung von Terra preta.
Nachdem du jetzt weißt, was Terra Preta ist, wo sie herkommt und was sie so besonders macht, geht es ans Eingemachte. Denn es ist möglich, die fruchtbare Erde im eigenen Garten nachzustellen. Wie das geht, erklären wir dir hier.
Wenn du ein Substrat à la Terra preta auf Basis deiner Trockenkloinhalte im eigenen Garten herstellen möchtest, dann helfen dir diese Produkte dabei:
- Trockenkloinhalte
- Goldeimer Kackpulver (enthält Pflanzenkohle und Gesteinsmehl)
- Goldeimer EMs
- Weiteres organisches Material und Biomasse
Um das nährstoffreiche Substrat im eigenen Garten herzustellen, solltest du deine Trockenkloinhalte vor der Kompostierung zusätzlich fermentieren. Die Fermentation bietet zwei entscheidende Vorteile: Zum einen erfolgt bei korrekter Durchführung in diesem Prozess eine »saure Hygienisierung«, zum anderen werden dabei Nährstoffe an die Pflanzenkohle- und Gesteinsmehl- Komponenten gebunden. Das heißt, sie sind für die Pflanzen langfristig verfügbar und können so optimal von ihnen genutzt werden.
Sauber und stabil: Was ist Fermentation?
Die Fermentation ist ein anaerober Prozess – das bedeutet, sie findet unter Sauerstoffausschluss statt. Bei der Fermentation werden Kohlenhydrate aus organischem Material unter Sauerstoffabschluss durch Mikroorganismen abgebaut bzw. umgewandelt. Während der Fermentation sinkt, hauptsächlich durch die Produktion von Milchsäure, der pH-Wert auf ca. 4, was zu einer »sauren Hygienisierung« beiträgt. Bei der Hygienisierung geht es darum, Krankheitserreger unschädlich zu machen, die in Fäkalien (vor allem Kot) enthalten sind. Bei derart sauren Bedingungen wird es für die Krankheitserreger ungemütlich und sie sterben ab. Es entsteht ein Substrat, in dem viele der ursprünglichen Nährstoffe konserviert wurden und das nach anschließender Kompostierung einen sehr fruchtbaren und hochwertigen Humusdünger – à la Terra preta – ergibt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zwei Phasen der Fermentation
Bevor es losgeht, gibt es noch eine Sache, die du wissen solltest: Für die Fermentation sind effektive Mikroorganismen hilfreich. In unserem Goldeimer »Kackpulver« und in konzentrierter Form auch in unseren Goldeimer »EMs« sind diese schon enthalten. Die Mikroorganismen lenken den Abbauprozess in die richtige Richtung. Wenn keine EMs hinzugefügt werden würden, kann es zu unerwünschter Fäulnis kommen.
Phase 1: Vorbereitung
Du tauschst deinen vollen Eimer gegen einen Wechseleimer aus, gibst noch ein paar Pumphübe EMs auf die Trockenkloinhalte und verschließt den vollen Eimer luftdicht mit dem dazugehörigen Verschlussdeckel. Den verschlossenen Eimer stellst du nun an einen Ort, an dem er möglichst über die gesamte Dauer der Fermentation Zimmertemperatur genießen kann. Zum Beispiel im Heizungskeller oder in der Sommerzeit in die Laube. Für alle Arbeitsschritte benutzt du Handschuhe.
Phase 2: Die Fermentation
Jetzt heißt es Geduld haben. Die Fermentation dauert je nach Bedingungen 3 – 6 Wochen. Überprüfe zwischendurch, ob der Prozess wie gewünscht verläuft. Meist bildet sich auf der Oberfläche ein weißer Flaum von Hefebakterien – das ist durchaus erwünscht. Breitet sich allerdings ein grüner Schimmelrasen aus, ist die Fermentation nicht korrekt verlaufen. Am Ende sollte die Mischung leicht pilzig nach Waldboden riechen.
Es folgt: Die Kompostierung
Wenn die Fermentation erfolgreich abgeschlossen ist, geht es nun an die Kompostierung. Die Kompostierung ist ein natürlicher Prozess, bei dem organisches Material wie Grünschnitt, Küchenabfälle oder Inhalte aus Trockentoiletten durch (mikro-) biologische Aktivität abgebaut wird. Ziel unserer Kompostierung ist es, ideale Lebensbedingungen für die notwendigen Mikroorganismen zu schaffen. Die sorgen bei den richtigen Bedingungen dafür, dass der Kompost Temperaturen von 55 °C und mehr erreicht – und das ist für die Hygienisierung der Toiletteninhalte notwendig. Die richtige Zusammenstellung und Pflege deines Komposts ist also enorm wichtig.
Wie genau es mit der Kompostierung klappt, haben wir hier auf dem Blog bis ins kleinste Detail aufgeschrieben. Folge der Anleitung auf dem Blog oder im Video und beachte die Hinweise – dann hast du schon bald Terra Preta in deiner Hand.
Ergänzende Hinweise
So kannst du auf Nummer sicher gehen: Wenn du die Fermentation weiter optimieren willst, empfiehlt es sich ab und zu 3 – 5 Pumphübe Goldeimer »EMs« einzusprühen und den Deckel danach wieder luftdicht zu verschließen. Denk dran: die Fermentation ist ein anaerober Prozess. Auch kannst du weitere Kohlenhydrate als Nahrung für die Milchsäurebakterien hinzufügen. Sirup eignet sich am besten, Zucker geht aber auch. Einfach 1 Esslöffel Sirup in 0,5 Liter warmem Wasser auflösen, abkühlen lassen und mit einer ausgedienten Sprühflasche aufsprühen. Auch hier genügen ein paar Pumphübe.
Die Fermentation gelingt nicht? Das kannst du tun: Wenn du bei der Fermentation Fäulnisgerüche feststellst, dann war die Mischung im Toiletteneimer sehr wahrscheinlich zu feucht. Das bedeutet, es wurde zu wenig Goldeimer »Kackpulver« bei der Toilettenbenutzung eingestreut. Um dem vorzubeugen, kannst du dir den Trenneinsatz für das Trockenklo »Basic« und »Premium« besorgen. Dadurch wird der Urin während der Nutzung abgetrennt und es kommt weniger Flüssigkeit in deinen Eimer, was ggf. zu besseren Ergebnissen bei der Fermentation führt. Auch andere Faktoren können der Grund für eine misslungene Fermentation sein. Schau dir die Prozesse nochmal genau an und überlege, wo etwas angepasst werden könnte. Ist der Deckel nicht richtig verschlossen? Steht der Eimer nicht warm genug? Sind zu wenig EMs oder Kohlenhydrate vorhanden?
Reinigung von Eimer, Trenneinsatz und Gartengeräten: Du kannst mit deinem DIY-Allzweckreiniger ein wenig Wasser und einer Toilettenbürste über dem Komposthaufen alle verschmutzten Komponenten deines Trockenklos reinigen. Handschuhe tragen und danach gut Hände waschen ist Pflicht!
Wir wünschen dir viel Erfolg und sind gespannt, was du berichtest!
Eure Goldeimer Crew


