FAQ

Wo kann ich Goldeimer Klopapier kaufen? Warum ist es in Plastik verpackt? Ist die Seife vegan? Wie kann ich mein Abo pausieren?

Täglich trudeln viele Fragen bei uns ein, die wir hier im FAQ so gut es geht beantworten wollen. Wenn die Antwort auf deine Frage nicht dabei ist, findest du unten den Link zum Kontaktformular.

KLOPAPIER

Du kannst Goldeimer Klopapier jederzeit, immer und von überall aus in unserem Onlineshop kaufen. Ansonsten wirst du in jedem Budni, Alnatura und Denn's Biomarkt fündig. Auch viele Märkte von REWE und EDEKA haben uns im Sortiment. In unserem Shop-Finder kannst du sehen, welche Märkte in deiner Nähe unser Klopapier haben!

Unser Klopapier wird bei WEPA in Mainz produziert. Hier kannst du sehen, wie die Herstellung abläuft. 

Unser soziales Klopapier besteht aus 100% recyceltem Altpapier, wird chlorfrei gebleicht und ist mit dem Umweltsiegel Blauer Engel zertifiziert. Welchen Bedingungen dieses Gütesiegel unterliegt, kannst du hier nachlesen.

Ja, das Klopapier wird völlig chlorfrei gebleicht. Die Fabrik von WEPA, wo das Goldeimer Klopapier hergestellt wird, verfügt über eine qualitativ hochwertige Aufbereitungstechnik für Altpapier. Bestandteil dieser Technologie sind zwei Bleichstufen: eine oxidative mit Wasserstoffperoxid sowie eine reduktive mit Natriumdithionit. Beide Bleichstufen tragen zur hohen Qualität der Wepa-Recyclingprodukte bei und sind völlig chlorfrei.

Unser Klopapier ist nicht nur super zum Po-Abwischen, sondern macht gleichzeitig auf die weltweite Sanitärversorgung aufmerksam und wichtige Themen rund um Wasser, Sanitär und Hygiene (kurz: WASH) aufmerksam. Da du die Klopapier-Verpackung meist nur im Supermarkt oder Online-Shop zu Gesicht bekommst und auf öffentlichen Toiletten oder bei Bekannten nur die Rolle siehst, haben wir uns entschlossen, die Rollen mit wichtigen Botschaften zu bedrucken. Sie sind der effektivste Flyer für unsere Vision »Klos für Alle! Alle für Klos!«

Pro Rolle wird etwa 1 Gramm Farbe verbraucht.

Nein. Unsere Druckfarben sind alle mineralölfrei und entsprechen den Empfehlungen für Produkte mit Lebensmittelkontakt (XXXVI. BfR). Sie sind konform mit den Vergabegrundlagen der Labels „Blauer Engel“, „EU-Umweltblume“ und „Nordic Swan“ – diese garantieren, dass das Produkt die hohen Ansprüche an Umwelt- und Gesundheitseigenschaften erfüllt. Zudem wird unser Klopapier regelmäßig untersucht und entsprach bisher immer allen Anforderungen. Also: Du kannst das Papier ganz ohne Sorgen verwenden!

Unsere Verpackung besteht aus PE mit einem Anteil von 60% Recyclingmaterial. Zusätzlich geben wir 15% Kreide hinzu, was den CO2-Fußabdruck der Folie um rund 12% reduziert.

Verpackungsmaterialien sind ein komplexes Thema. Darum haben wir auf unserem Blog ausführlich erklärt, warum wir unser Klopapier (noch) in Plastik verpacken.

Das hat leider verpackungs- bzw. speditionstechnische Gründe. Im Werk werden 162 Packungen von unserem Klopapier auf eine Palette geladen. Wenn man die Palette mit einzelnen Packungen beladen würde, wäre in der nächsten Kurve Schluss mit der wilden Fahrt. Die ganze Palette einzuwickeln widerspricht wiederum der Realität des Einzelhandels – gerade kleinere Supermärkte bekommen selten ganze Paletten von unserem Klopapier. Vielmehr wird in den Zentrallagern der Supermarktketten ein Trolli mit einer bunten Mischung Toilettenpapier aus dem Supermarktsortiment gepackt – plus ein oder zwei Goldeimer Big Packs.

»Normale seife«

In der Viva con Agua Family gibt es bereits zwei Produkte, die die WASH-Säulen Wasser und Sanitation repräsentieren: das Viva con Agua Mineralwasser und unser Klopapier. Mit der Seife ergänzen wir dieses Portfolio um die Komponente Hygiene. Das steht symbolisch für unseren ganzheitlichen Ansatz bei der Unterstützung von WASH-Projekten.

Die Seife kannst du in allen Alnatura Märkten in Deutschland, überall bei Budni oder bei kleineren Bio-Läden, die sie vom Biofachgroßhändler Grell Naturkost beziehen, kaufen. Ansonsten gibt’s die Seife jederzeit bei uns im Online-Shop – einzeln, als 12er-Pack oder direkt zum Klopapier dazu.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei unserer Seife um eine ganz normale Kernseife. Sie duftet nicht besonders, sieht nicht außergewöhnlich aus und enthält kein Schnickschnack. Sie macht einfach sauber – und ist ziemlich ergiebig. Sie hilft dabei, Keime abzutöten und die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden.

Unsere Kernseife ist komplett naturbelassen und frei von Duftstoffen, Farbstoffen und anderen Zusatzstoffen. Dadurch ist sie besonders gut verträglich, hygienisch und vielseitig einsetzbar. Du kannst nicht nur deine Hände, sondern auch deinen Körper, deine Haare, theoretisch sogar deine Kleidung oder dein Geschirr damit waschen – kein Scherz. Alles harmlos!

Die Stückseife wird bei sodasan in Ostfriesland hergestellt. Sodasan gilt schon lange als Öko-Pionier*in. Wir haben hier eine verlässliche Partner*in gefunden, die im Kern die gleichen Werte teilt wie wir: Ganzheitliche, ökologische Nachhaltigkeit. Verpackt wird die Seife nachhaltig und klimaneutral bei Siemer Verpackungen in Niedersachsen.

Die Seife wird bei unseren Freundinnen von Siemer Verpackungen verpackt. Die Verpackung ist klimaneutral in Deutschland produziert, enthalt kein Plastik und ist recycelt und komplett recycelbar. Außerdem verwenden wir nur mineralölfreie Farben. Für uns ist die Verpackung eine wichtige Werbefläche, um auf den sozialen Hintergrund der Seife und unsere Mission Klos für Alle! Alle für Klos! aufmerksam zu machen.

Wir hoffen, in Zukunft auch eine unverpackte Stückseife anbieten zu können. Das ging im ersten Schritt aufgrund unterschiedlicher Ansprüche im Markt und Online-Shop noch nicht. Wir sind aber dran, eine unverpackte Version auf den Weg zu bringen, die dann bspw. in unverpackt-Läden erhältlich sein könnte.

Die hohe Ergiebigkeit von Palmöl ist der Grund, warum Palmöl das meistgenutzte Pflanzenöl weltweit ist. In rund jedem zweiten Supermarktprodukt ist es enthalten. Andere Ölpflanzen – wie zum Beispiel die Kokospalme, Raps, Sonnenblume oder Soja – beanspruchen ein Vielfaches an Fläche für den gleichen Ertrag. Das bedeutet nicht nur bis zu sieben Mal so viel Anbaufläche, sondern auch ein vielfacher Bedarf an Wasser und anderen Ressourcen, die in den Anbau, die Ernte und Verarbeitung fließen. 

Wir haben all diese Fakten und Faktoren abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Ersatz durch regionale Pflanzenöle aus unserer Sicht keine bessere ökologische Alternative darstellt. Das Problem liegt nicht in der Ölpflanze oder dem daraus gewonnenen Öl – sondern in der hohen globalen Nachfragen und der Art des Anbaus. Nur 0,1% des gesamten Palmöls kommen aus kontrolliert biologischem Anbau – so auch das in unserer Bio-Seife. Das Palmöl in der Goldeimer Seife ist aus kontrolliert biologischem Anbau aus Kolumbien von der Firma Daabon. Die Bio-Zertifizierung erfolgt über Ecocert und setzt eine Zertifizierung nach RSPO voraus.

Wir sind der Meinung, dass die Debatte um “das böse Palmöl” nicht allein auf den Verzicht hinwirken sollte, sondern vielmehr darauf, dass Ölpalmen nachhaltig und fair, ohne Pestizide, ohne synthetische Düngung und vor allem nicht in Monokulturen und unter ausbeuterischen Bedingungen angebaut werden. Kontrolliert biologischer Anbau gewährleistet genau das. Deshalb sind wir für uns zu dem Schluss gekommen, dass bio-zertifiziertes Palmöl aus sozialem Anbau aktuell die bestmögliche Lösung für eine faire, nachhaltige, hochwertige und vor allem reinigende Stückseife darstellt.

FAQs

LERNSEIFE (FLÜSSIG)

100% der Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs. In der Seife werden ausschließlich langkettige, natürliche Tenside verwendet, die besonders mild sind, und keinerlei Allergene. Die Seife setzt sich zusammen aus dem Naturfarbstoff (einem natürlichen Carotinoid aus Pflanzenextrakten), Pflegestoffem, milden Tensiden, Sonnenblumenöl und Wasser.

Auf jeden Fall! Für Kinder ist das Händewaschen mit der gelben Seife ein besonders großer Spaß. Sie eigenet sich ganz wunderbar, um gründliches Händewaschen mit Spaß zu lernen. Kleine Kinder sollten die Seife im Beisein von Erwachsenen nutzen. 

Keine Sorge, die gelbe Seife enthält reine Naturfarbstoffe, die sich unter Luft und Licht von selbst entfärben.

Wenn es schneller gehen soll: Frische Flecken mit Wasser und geeignetem Waschmittel (z.B. Seife) ausspülen. Textilien mit eingetrocknete Flecken in die Waschmaschine geben. In seltenen Fällen verbleiben leichte Verfärbungen, die nach 2 bis 3 Tagen vollständig verschwinden.

Nein. Die Seife ist äußerst freundlich zu deinem Waschbecken. Selbst dicke Seifenkleckse lassen sich leicht von Waschbecken und Armaturen abspülen, ohne Verfärbungen zu hinterlassen.

Eine flüssige Seife war eigentlich nie angedacht. Da es sich bei dieser flüssigen Seife allerdings um eine Lernseife handelt, die spielerisch korrektes Händewaschen vermittelt, haben wir uns entschieden, von unserem ursprünglichen Entscheidungspfad - Stückseife only - abzuweichen. Aus gutem Grund: Etwa 90% aller Menschen waschen sich ihre Hände nicht richtig. Die gelbe Seife ist daher für uns vor allem ein Tool für Sensibilisierung und weniger ein weiteres Verkaufsprodukt. Denn wir bleiben dabei: Stückseife ohne viel Klimbim ist die beste Seife.

Die Seife wird bei unserem Kooperationspartner heyfair in Deutschland produziert.

KLOS & Kompostierung

Tipp: Auf unserem Blog findest du umfassende und detaillierte Artikel rund um Trockentoiletten, die Kompostierung der Inhalte im eigenen Garten und vieles mehr. Schau mal rein!

Als Trockentoilette können alle Toiletten bezeichnet werden, die kein Wasser zum Spülen verwenden und dementsprechend auch kein Abwasser erzeugen.

Bei einer Trockentrenntoilette werden Urin und Kot getrennt erfasst. Ein Beispiel: Das Goldeimer »Basic« Klo ist eine Trockentoilette. Verwendest du sie mit unserem Trenneinsatz, ist es eine Trockentrenntoilette.

Die Holzkomponenten (wie bspw. das Gehäuse vom »Premium« Klo, werden von und bei Werkhaus im Wendland produziert. Goldeimer und Werkhaus verbindet eine lange Freundschaft, die auf gemeinsamen Werten wie ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung basiert. Die Eimer aus recyceltem Kunststoff werden von Seelandt & Utecht Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG in Schwerin hergestellt.

Unsere Klos sind schnell, einfach und ohne Werkzeug aufzubauen. Eine Anleitung liegt jedem Produkt bei. Außerdem kannst du dir den Aufbau der Klos in unseren Aufbauvideos auf Youtube nochmal ganz genau anschauen.

In den Videos findest du auch alle Informationen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Inbetriebnahme und Nutzung der Trockenklos.

In den Aufbauvideos auf Youtube erklären wir Schritt für Schritt, wie du dein Klo in Betrieb nimmst und nutzt.

In Kurz:
1. Um den Reinigungsaufwand zu minimieren, hänge vor der ersten Nutzung einen Goldeimer »Schietbüdel« in den Eimer (optional).

2. Streue vor der ersten Toilettennutzung bzw. nach dem Eimerwechsel Goldeimer »Kackpulver« in den Beutel. Das saugt den Urin auf und verhindert Geruchsentwicklung.

Wenn du einen Trenneinsatz nutzt, hänge den Beutel nur in die hintere Hälfte des Eimers. In die vordere Hälfte lässt du den Trenneinsatz ein, der den Beutel unter seinen Ecken auf dem Eimerrand einklemmt. Mit den Klammern kannst du den Beutel zusätzlich fixieren.

Wie du auf Klo gehst, weißt du 😉 Das läuft beim Trockenklo nicht anders als beim WC. Statt mit Wasser zu spülen, spülst du hier aber mit Einstreu. Das kann Goldeimer »Kackpulver« sein, aber auch Sägespäne oder Strohmehl funktionieren.

1. Nach jeder Benutzung streust du einen Becher Einstreu (ca. 0,3 l) auf die Hinterlassenschaften. 

2. Vor jeder längeren Nutzungspause, z. B. nach dem Tag im Kleingarten, solltest du zusätzlich Goldeimer »EMs« in den Eimer sprühen. Es reichen dabei 3 - 5 Pumphübe. Das lenkt die Mikrobiologie schon in Richtung Fermentation und mindert Gerüche. Auch auf der Tour im Van ist eine regelmäßige Anwendung der Goldeimer »EMs« deshalb zu empfehlen.

Wenn der Eimer drei Viertel voll ist, solltest du ihn ausleeren. Falls du Goldeimer »Schietbüdel« verwendest, empfehlen wir, den Beutel für die Leerung nicht einfach aus dem Eimer herauszuheben. Die Beutel sind aus Maisstärke und beginnen sich nach maximal 14 Tagen langsam zu zersetzen und könnten reißen.

Wenn du die Trockenkloinhalte kompostieren willst, drehe den kompostierbaren Beutel zusammen und entleere den gesamten Inhalt des Eimers in einen vorbereiteten, geschlossenen Komposter.

Willst du deine Trockenkloinhalte fermentieren, sprüh zuerst 8-10 Pumphübe »EMs« in den kompostierbaren Beutel, drehe ihn dann zusammen und Deckel drauf!

Wenn du deine Hinterlassenschaften entsorgen willst oder musst, achte darauf, dass du den Beutel mit Fäkalien gut verschließt und er reißfest ist, damit die Sammeltonnen, -fahrzeuge und Entsorgungsanlagen nicht verunreinigt werden. Bei Windeln ist das ja ähnlich – da ist auch alles gut verpackt.

Erste Regel: Handschuhe tragen und danach gründlich die Hände waschen!

Mix dir einen milden, ökologischen Allzweckreiniger. Im Internet gibt es viele Rezepte für Reinigungsmittel mit Wasser, Essigessenz oder Zitronensäure und ätherischen Ölen. Über dem geschlossenen Komposter, den du für deine Trockenkloinhalte nutzt, kannst du den Eimer, die Klobrille und den Trenneinsatz deines Klos mit wenig Wasser und deinem DIY-Reiniger säubern. Beachte außerdem die Regelungen in deinem Kleingartenverein.

Ja, du darfst in deinem Kleingarten kompostieren, wenn du sicher stellst, dass keine Gefahr für Mensch und Umwelt von deinem Komposthaufen ausgeht. Du musst vor allem darauf achten, dass kein Sickerwasser aus dem Haufen ins Erdreich sickern kann. Weiterhin muss gewährleistet sein, dass weder Tiere noch Kinder Zugang zu frischem Material bekommen können.

Nicht kompostieren darfst du, wenn ...
– dein Kleingartenverein explizit die Nutzung von Trocken- bzw. Kompostklos verbietet.
– sich deine Location in einem Wasserschutzgebiet befindet. Dort ist eine solche Kompostierung untersagt!

Auf unserem Blog findest du eine ausführliche Anleitung zur Kompostierung von Trockenkloinhalten. Neben einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kompostieren findest du hier auch wichtige Hinweise und Tipps. Wir wünschen viel Erfolg!

Die Fermentation wird der Kompostierung optional vorgeschaltet. Sie ist etwas kompliziert, bietet jedoch viele Vorteile: Zum einen erfolgt in diesem Prozess eine “saure Hygienisierung”, zum anderen werden Nährstoffe besser gebunden. Die Fermentation ermöglicht es, einen hochwertigen, Terra preta ähnlichen Humusdünger herzustellen.

Wie die Fermentation gelingt und was du dabei beachten musst, haben wir auf unserem Blog ausführlich zusammengetragen.

SANITÄRKRISE, SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS UND KREISLAUFWIRTSCHAFT

Knapp die Hälfte der Weltbevölkerung – aktuell 3,6 Mrd. Menschen – haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung. 6% der Weltbevölkerung, rund 494 Millionen Menschen, haben keinerlei Zugang zu irgendeiner Art von Sanitärversorgung und müssen ihr Geschäft im Freien verrichten (Open Defecation). Die Folgen sind vielfältig und verheerend, weshalb von einer Sanitärkrise die Rede ist. (Quelle: JMP Bericht 2021)

Mangelhafte, unsichere oder nicht-vorhandene Sanitäranlagen begünstigen den Kontakt mit und die rasche Verbreitung von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Durchfall, Cholera oder Polio. Das hat nicht nur zur Folge, dass Menschen nicht arbeiten oder zur Schule gehen können und verursacht hohe Arztkosten, sondern kann sogar tödlich sein. Mehr als 297.000 Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Durchfallerkrankungen, die auf schlechte sanitäre Einrichtungen, mangelnde Hygiene oder unsicheres Trinkwasser zurückzuführen sind – das sind mehr als 800 Kinder jeden Tag.

Darüber hinaus sind Frauen und Mädchen besonderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt: Oft müssen sie bis zur Dunkelheit warten, um sich draußen zu erleichtern, was sie besonders angreifbar und schutzlos macht. Dazu kommt, dass die Bedürfnisse von Frauen in Bezug auf Urinieren und Menstruationshygiene in vielen Sanitärprojekten unberücksichtigt bleiben. Und nicht zuletzt kontaminieren Fäkalien, die in den offenen Boden sickern oder direkt ins Wasser entlassen werden, das Grundwasser und tragen so zur Verbreitung schwerer Krankheiten bei.

WASH steht für den Zugang zu Wasser, Sanitär und Hygiene. Diese drei Komponenten bedingen sich gegenseitig und sorgen nur im Dreiklang für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen. Warum es nicht reicht, einfach Klos zu bauen? Zu einer würdigen und gesicherten Sanitärversorgung gehört neben einer Toilette auch sauberes Trinkwasser und Seife zum Händewaschen – und für dauerhaft sauberes Wasser braucht man wiederum Klos, bei denen für eine sichere Verwertung der Ausscheidungen gesorgt ist.

Seit 2014 setzen wir uns gemeinsam mit Viva con Agua und der Welthungerhilfe für WASH-Projekte auf der ganzen Welt ein, um Menschen langfristig den Zugang zu WASH zu ermöglichen. Denn aktuell haben 3,6 Mrd. Menschen noch keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung mit Handwaschmöglichkeiten und sauberem Wasser.

Mehr Informationen dazu findest du auf unserem Blog.

Von einer gesicherten Sanitärversorgung ist die Rede, wenn neben einer privaten, funktionierenden Toilette Handwaschmöglichkeiten vorhanden sind sowie alle fünf Kernelementen der Sanitärkette (sichere Zwischenlagerung, regelmäßige Leerung, sicherer Transport, sachgerechte Behandlung der Fäkalien, Wiederverwendung der behandelten Biomasse) gegeben sind – es also auch für eine sichere Verwertung der Ausscheidungen gesorgt ist. Aktuell hat gerade mal die Hälfte der Weltbevölkerung (54%, 4,2 Milliarden Menschen) Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung.

Der Begriff leitet sich aus dem englischen “Safely Managed Sanitation Services” ab, der wiederum im Joint Monitoring Programme 2017 von der WHO und Unicef eingeführt und als zu erreichenden Zustand festgelegt wurde. Es ist die höchste Stufe auf der Sanitation Ladder.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist keine neue Erfindung. Sämtliche natürliche Prozesse auf und in unserer schönen Erde sind Kreislaufprozesse. Nährstoffe, Wasser, Luft oder Materialien wie z. B. Gestein werden nicht verbraucht und sind dann einfach verschwunden. Durch geschicktes, naturgegebenes Recycling werden die aufgezählten Stoffe im Kreislauf geführt und sind dann im Fall von Wasser, Luft und Nährstoffen z.B. irgendwann wieder Quelle jungen Lebens. Mit Einführung der industriellen Revolution haben wir allerdings nach und nach das Wissen um diese Kreislauforientierung verloren und es durch das Konzept der sogenannten Linearwirtschaft – manche sprechen auch von Wegwerfwirtschaft – eingetauscht. Das gilt für die industrielle Produktion von z.B. Autos, ebenso für unseren Umgang mit Abfall wie auch für industriell betriebene Landwirtschaft. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde das moderne Konzept der Kreislaufwirtschaft eingeführt, bei dem es darum geht, diese natürlichen Prozesse z.B. in unseren Produktionsweisen oder dem Umgang mit Abfällen oder Abwasser wieder abzubilden.

Wir tragen zu diesem Wandel bei, indem wir Toiletten entwickelt haben, die Nährstoffkreisläufe wieder schließen.

Bei nicht nachhaltiger Bewirtschaftung kommt es z.B. durch falsche Anbau-, Dünge- oder Bewässerungsmethoden zu Erosion, Versalzung, Versauerung oder gar zu einer Vergiftung des Bodens. Vielfach angewendete, schwere Maschinen sorgen zudem für eine Verdichtung und nehmen so Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen die nötigen Bodenporen. Bodenverluste von mehreren Tonnen pro Jahr sind die Folge. Die Wachstumsgrundlage für jegliche Art von Pflanzen wird so minimiert, oder geht sogar verloren. Seit 1945 summiert sich die von Bodendegradation betroffene Fläche auf weltweit mehr als 1,2 Milliarden Hektar. Das entspricht der gemeinsamen Landfläche von China und Indien. Der Verlust von Oberboden durch Erosion beläuft sich pro Jahr im Schnitt auf 14 bis 16 Tonnen pro Hektar und Jahr. Die Degradation kann schließlich bis zum vollständigen Verlust der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit des Bodens führen.

Wir wollen mit unseren Toiletten auf die Wichtigkeit von Humus hinweisen! Mit der Abkehr von wassergespülten Toiletten hin zu Humus-bildendenden Trockentoiletten leisten wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Bodenschutz. Je mehr derartige Toiletten, desto besser:

Humus ist unumstritten der wichtigste Baustein für eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit.

Durch die Förderung von Pflanzenwachstum wird Erosion verhindert, Landfläche beschattet, Windeinwirkungen reduziert und Verdunstung teilweise vermieden.

Verstärktes Pflanzenwachstum und eine aktivere Bodenbiologie verbessern die Bodenstruktur und -durchlüftung. Das führt wiederum zu verbesserterBodenfruchtbarkeit.

Humus besteht aus organischen Verbindungen und enthält große Mengen an Kohlenstoff. Weltweit ist dreimal mehr Kohlenstoff (2.500 Gt) in Humus gebunden, als in der Atmosphäre. Sogar fünfmal mehr als in der gesamten Pflanzenmasse. D.h. Humus hat eine große Bedeutung im Kontext des Klimawandels.

Ein ausreichender Humusgehalt im Boden fördert die Bodenbiologie, die dann in der Lage ist Nährstoffe bedarfsgerecht den Pflanzenwurzeln zur Verfügung zu stellen. Nährstoffauswaschungen, wie sie bei der Verwendung von Gülle oder Kunstdünger oft vorkommen werden so vermieden und Grundwasser geschützt.

Ohne fruchtbare Böden wird es langfristig nicht möglich sein, die Weltbevölkerung zu ernähren.

Kläranlagen sorgen unter hohem Energieaufwand dafür, das ankommende Wasser- und Fäkaliengemisch stofflich zu trennen und aufzubereiten. Als Endprodukte entstehen verunreinigtes Wasser und Klärschlämme, welche nach einer zusätzlichen Behandlung zumeist verbrannt werden. Bei der Kompostierung werden Nährstoffe zurückgewonnen und dem Nährstoffkreislauf wieder zugeführt. Durch Kompostierung werden in Deutschland jährlich ca. 4.400 GWh eingespart und die CO2 Emissionen um 3 Mio. Tonnen/Jahr gesenkt. Außerdem erfolgt durch den Verzicht auf die Wasserspülung eine Wassereinsparung von 2,7 Mrd. Litern/Tag allein in Deutschland. Hinzu kommt, dass bei der Komposttoilette keine toxischen Schwermetalle entstehen (Pb, Hg, Cd, Cu), wie sie in Klärschlamm enthalten sind.

Kund:innenportal

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Abonnements

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