Heute ist World Toilet Day!

Im Hintergrund sind Goldeimer Festivaltoiletten auf einem leeren Feld, vorne steht groß

Seit seiner Erfindung hat es mehr Menschenleben gerettet, als Penicillin und Impfstoffe zusammen. Es ist der geheime Superstar des zivilisatorischen Fortschritts und fällt nur auf, wenn es mal nicht da ist: das Klo.

Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht

Seit dem 28. Juli 2010 erkennen die Vereinten Nationen den Zugang zu Klos als Menschenrecht an. Bisher können jedoch nur rund 54% der Weltbevölkerung dieses Menschenrecht uneingeschränkt in Anspruch nehmen. Das sind 4,2 von rund 8 Mrd. Menschen. 24% können auf eine sanitäre Grundversorgung zurückgreifen. 6% – rund 500 Mio. Menschen – haben gar keinen Zugang zu einem Klo und müssen ihr Geschäft ungeschützt und ohne Privatsphäre im Freien verrichten (Stand: 2021).

Bis 2030 will die Weltgemeinschaft das ändern und allen Menschen einen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung ermöglichen. Initiativen aus der Zivilgesellschaft und die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen sind dafür unerlässlich. Doch auch andere Herausforderungen gibt es in der Welt der Klos: Wie können wir die Nährstoff-Einbahnstraße zu einem Kreislauf transformieren? Welche Sanitärsysteme halten den Extremsituationen in einer Klimakrise stand? Wie lässt sich das Spülklo mit zunehmender Wasserknappheit in vielen Regionen vereinbaren? Wie enttabuisieren wir den Toilettengang und die Menstruation? Es gibt viele Baustellen.

 Sanitation Ladder von 2021

Was trägt Goldeimer bei?

Wir haben in den vergangenen 3 Jahren über 100.000 EUR für Sanitärprojekte im Globalen Süden weitergeleitet. Im Vergleich zu global agierenden NGOs wie der Welthungerhilfe oder staatlichen und europäischen Fördermitteln wirkt dieser Beitrag natürlich wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch sind wir der Überzeugung: Gäbe es noch mehr Sozialunternehmen wie unseren kleinen Tante Emma-Laden, der keine Profite an Privatpersonen und Gesellschafter ausschüttet, sondern jeden Cent in den Unternehmenszweck – »Klos für alle!« – reinvestiert, wären wir heute als Weltgemeinschaft an einem anderen Punkt.

Neben unserem Ziel, möglichst viele Gelder in WASH-Projekte im Globalen Süden weiterzuleiten, verfolgen wir hier in Deutschland in Bezug auf das Thema Sanitärversorgung weitere ambitionierte Ziele. Wir sind Vollprofis, wenn es um Trockenklos, Kompostierung von Schiete, öffentlichkeitswirksame Aktionen und freudvolles Ehrenamt geht. Hier sehen wir unseren größten Wirkungsbereich:

Lärm fürs Klo

Themen rund ums Klo sind ein Tabu. Jede Rede im Bundestag, in der es um die Legalisierung von menschlichem Fäkalkompost geht, feiern wir wie Weihnachten. Denn solange Diskussionen darüber noch mit beschämten Blicken, Aberkennung der Seriosität oder Schmunzeln verbunden sind, ist die Auseinandersetzung mit dem stillen Örtchen gehemmt. Wir bieten einen leichten Einstieg in die Welt der Klos, bringen das Thema positiv in die Öffentlichkeit, schaffen ein Problembewusstsein und bieten Lösungsvorschläge und Möglichkeiten zur Mitgestaltung. Unsere Vision: »Alle für Klos! Klos für alle!«

Mitgestalten der Sanitärwende

Täglich spülen wir tonnenweise Nährstoffe unwiederbringlich die Toilette hinunter. Als Teil des Netzwerks für nachhaltige Sanitärsysteme (NetSan e.V.) leistet Goldeimer Grundlagenarbeit und macht Druck, um die Kompostierung und Ausbringung von sicherem und hygienischem Dünger aus menschlicher Kacki zu legalisieren. Parallel bauen wir einen Projekthof für Kreislaufwirtschaft in der Lüneburger Heide auf. Das klingt wie ein nerdy Nischenthema, ist aber wichtig. Nährstoffrecycling und Wasserknappheit sind zwei der großen Themen der Zukunft.

Bildungsarbeit

Über Goldeimer erfahren viele Menschen das erste Mal von der weltweiten Sanitärkrise – meist flüchtig auf Festivals, am Supermarktregal oder in sozialen Netzwerken. Entfachte Neugierde lassen wir nicht in der Luft verpuffen. Mit unseren »KloPro« Workshops bieten wir allen die Möglichkeit der tieferen Auseinandersetzung mit der weltweiten Sanitärsituation. Ganz frisch dazugekommen ist unser Add-on zum Thema Menstruationsgesundheit. Alle Goldeimer Workshops sind kostenlos und Klein und Groß sind gleichermaßen willkommen.

Teilen von Wissen

Unser Ziel ist, dass alle Menschen selbstständig ein Trockenklo betreiben und ohne Hemmnisse nutzen können. Goldeimer ist einer von vielen engagierten Trockenkloherstellern und -betreibern in Deutschland. Auf unserer zehnjährigen Reise haben wir eine Menge Wissen über die Konstruktion von Trockenklos, den Betrieb, Hürden, Arbeitssicherheit, Logistik, Kompostierverfahren, Rechtslage und Co gelernt. Dieses Wissen wollen wir in Kürze Open Source zur Verfügung stellen. Daran arbeiten wir gerade.

Stärkung des Ehrenamts

Ehrenamt soll sich nicht wie eine Bürde anfühlen, sondern Spaß machen – und mit Goldeimer auf Festivaltour zu gehen bringt sau viel Spaß. Jedes Jahr kommen bis zu 250 Ehrenamtliche mit, um Festivalbesuchenden den Arsch zu retten – viele davon seit mehreren Jahren. Hier wächst Verantwortungsgefühl für Mitmenschen und ein Bewusstsein für die weltweiten Herausforderungen. Im besten Fall nehmen unsere zornigen Crewmitglieder diese Erfahrungen mit in Ausbildung, Studium und Berufsleben, um dort Veränderungen anzustoßen.

Person steht mit Desinfektionsspray und Klopapier in der Hand und lächelt in die Kamera. Auf dem T-Shirt steht "Heute ist ein guter Tag"

Was kannst du tun?

Kein strukturelles Problem kann mal eben schnell durch Einzelpersonen gelöst werden. Es hilft aber ungemein, wenn du mit anpackst, um die weltweite Sanitärkrise sichtbar zu machen. Mach heute gemeinsam mit uns und vielen anderen engagierten Initiativen Lärm fürs stille Örtchen!

#WorldToiletDay

WASH Netzwerk


Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Google.