Kapitel 2: Die Verwertung

In diesem Kapitel geht es um die Kompostierung und die Fermentation. Außerdem bekommst du einen Lage- und Zeitplan für die Kompostierung von Trockenkloinhalten in deinem Garten.

Kapitel

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  1. Vorwort
  2. Was verwerten wir?
  3. Darf ich das überhaupt?
  4. Trockentoiletten und Kompostierung
  5. Terra preta selbst herstellen durch Fermentation
  6. Verwertung von Urin
  7. Anwendung im Garten
  8. Hol dir dein erstes Trockenklo

Vorwort

Der Garten ist vorbereitet. Dein Trockenklo steht und wird von deinen Garten-Gästen regelmäßig in den Himmel gelobt, weil es echt erstaunlich gut nach Wald rieche und so gar nicht nach Autobahntoilette, wie sie es sich im Vorhinein ausgemalt hätten. Das freut dich – und noch mehr freut dich, dass die Leute alle ihre Nährstoffe da lassen. Das Klo ist nun voll und du hast alles für die Leerung und den Eimerwechsel vorbereitet. Du bist schon ganz wild darauf, die Inhalte sicher und fachgerecht auf dem Kompost zu verwerten, bis die Natur wieder Humuserde daraus gemacht hat.

Wenn du noch gar keine Ahnung von alldem hast, dann schau noch einmal rüber zu Kapitel 1, um alles über den Betrieb deines Trockenklos zu lernen. Falls du – wie auf einem Hausboot oder im Camping-Van – keine Möglichkeit zur Kompostierung hast und eine Entsorgung vornehmen musst, dann mache dich schnell auf zu Kapitel 3. Da findest du alle Infos, die für dein Nutzungsszenario wichtig sind.

Was verwerten wir?

Da jedes Goldeimer Klo als Trenntoilette oder Trockenklo ohne Trenneinsatz genutzt werden kann, kannst du mit verschiedenen Ausgangsmaterialien in den Prozess starten.

Nutzt du dein Klo mit Trenneinsatz, dann steht vor dir ein Eimer mit Feststoffen (Kacki, Klopapier und Einstreu in einem kompostierbaren Beutel) und ein Kanister oder Eimer mit Urin und ggf. Periodenflüssigkeit.

Nutzt du dein Klo ohne Trenneinsatz, dann befinden sich alle festen und flüssigen Bestandteile des Toilettengangs im gleichen Eimer. Hier ist es umso wichtiger, genügend Einstreu während des Betriebs zu nutzen. Der Inhalt des Eimers darf nicht schwimmen, sondern muss eine feste Konsistenz haben.

Darf ich das überhaupt?

Du darfst in deinem Kleingarten Trockenkloinhalte kompostieren, sofern die Nutzung von Trockenklos nicht explizit verboten ist und er sich nicht in einem Wasserschutzgebiet befindet. Das ist nur in wenigen Kleingärten der Fall. In den meisten werden Trockentoiletten sehr begrüßt und viele Gärtner*innen nutzen sie seit Jahrzehnten. Du musst jedoch sicherstellen, dass von deinem Komposthaufen keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Achte in jedem Fall darauf, dass keine Flüssigkeit aus dem Kompost ins Erdreich sickern kann und frage gerne in deinem Kleingartenverein oder bei deinem Landesverband nach, wenn du dir bei etwas nicht sicher bist.

Wir empfehlen grundsätzlich, die Kompostierung von Trockenkloinhalten in separaten Kompostern durchzuführen. Außerdem solltest du den hergestellten Kompost nur zur Bodenverbesserung in Beeten für Zierpflanzen, an Obstbäumen oder Obststräuchern nutzen, um ein mögliches Hygienerisiko durch suboptimale Kompostierung zu vermeiden. So oder so trägst du mit der Kompostierung dazu bei, Kreisläufe zu schließen.

Wir scheiden Krankheitserreger über unsere Fäkalien und einen Großteil der Medikamentenrückstände über unseren Urin aus. Krankheitserreger werden bei der Kompostierung abgetötet. Auch Medikamentenrückstände werden bei einem professionellen, ausreichend langen Kompostierprozess abgebaut. Im Garten haben wir aber nicht bei jeder Kompostierung ideale Bedingungen. Wenn du also an einer Infektion leidest oder viele Medikamente nehmen musst, solltest du auf die Verwertung von Trockenkloinhalten verzichten und den Weg der Entsorgung wählen.

Trockentoiletten und Kompostierung

Die Kompostierung ist ein natürlicher Prozess, bei dem organisches Material wie Grünschnitt, Küchenabfälle oder auch Inhalte aus Trockentoiletten durch (mikro-) biologische Aktivität abgebaut wird. Ziel unserer Kompostierung ist es, ideale Lebensbedingungen für diese notwendigen Mikroorganismen zu schaffen. Langfristig wird mit der Ausbringung von nährstoffreichem, kompostierten Material im Boden eine gesunde, lebendige Humusschicht aufgebaut, die sich selbst regenerieren und lange Zeit fruchtbar bleiben kann. So schließen wir den Nährstoffkreislauf und tragen zur Bodengesundheit bei. Die Kompostierung wird in drei Phasen eingeteilt. Die WHO empfiehlt eine Mindestdauer von zwei Jahren für den gesamten Kompostierprozess.

Video-Crashkurs

Verschaffe dir einen Überblick über die Kompostierung von Trockenkloinhalten. Unser Enno zeigt und erklärt dir alles im Schnelldurchlauf und gibt wertvolle Tipps und Tricks.

Phase 1: Vorbereitung und Sammeln von Material

Nutze einen geschlossenen Komposter, sodass Tiere und Kinder keinen Kontakt zu dem Material haben können und kein Regenwasser eindringen kann. Ziehe dir als erstes deine Kacki-Gummihandschuhe an. Bevor du den Komposter erstmals mit Trockenkloinhalten befüllst, streue zerkleinertes, holziges, strauchiges und strohiges Material als Basis ein. Nun kannst du die Inhalte des Eimers inklusive »Schietbüdel« behutsam in den Komposter schütten und mit Grünschnitt und anderer Biomasse etwas abdecken. Etwa so wie beim Lasagne machen. Falls du ein Werkzeug zum Verteilen des Grünschnitts benötigst, nimm eine Mistgabel oder Ähnliches. Nach dem Einfüllen desinfizierst du deine Handschuhe und wäschst oder desinfizierst dir sorgfältig die Hände.

Der flüssige Urin aus deiner Trenntoilette kann auch in den normalen Grünschnittkompost eingefüllt werden. Achte darauf, dass hier bereits genügend saugfähiges Material im Komposter ist, sodass nichts in die Erde sickern kann. Ansonsten vermenge den Urin vorher mit »Kackpulver« oder einer anderen Einstreu. Das hat den Vorteil, dass du die Nährstoffe aus deiner Pipi auch für dein Gemüsebeet nutzen kannst.

Warum den Urin in den Komposter einfüllen, wenn wir ihn vorher extra getrennt gesammelt haben? Im Kleingarten ist die Ausbringung von frischem Urin eigentlich nicht erlaubt. Wenn du den Urin trotzdem flüssig nutzen willst, dann haben wir weitere Tipps im Abschnitt »Verwertung von Urin«, wie du etwaige Hygienerisiken vorher minimierst.

Dauer der Phase: Bis Komposter gefüllt oder Gartensaison vorbei
Benötigtes Equipment: Geschlossener Komposter, robuste Gummihandschuhe, Mistgabel, Desinfektionsmittel, Grünschnitt

Phase 2: Die Rotte

Wenn dein Komposter voll ist, geht es in Phase 2. Die Rotte dauert sechs Monate und findet im gleichen geschlossenen Komposter statt. Deine Arbeit ist fürs Erste getan. Die Mikroorganismen sind schon längst ans Werk gegangen. Es entstehen Temperaturen von 55°C und mehr im Thermokomposter.

Wenn du die Temperatur überwachen möchtest, kannst du dir ein einfaches Stechthermometer kaufen und es in den Kompost pieksen. Wundere dich nicht – die Mikroorganismen in den oberen, frischen Schichten brauchen ein paar Tage, um anfangs aktiv zu werden. Dann sollte die Temperatur ansteigen. Nach 12 Wochen wird nahezu nur noch Umgebungstemperatur erreicht.

Dauer der Phase: Mind. 6 Monate ab letzter Einfüllung (über den Winter dauert die Phase länger)

Phase 3: Die Vererdung

Nach den 6 Monaten in der Rotte erfolgt das Umschichten auf einen separaten Komposthaufen – oder bei größerem Volumen auf eine Miete (langgezogener Haufen). Die Höhe sollte 1 m nicht überschreiten. Das Material wird dabei gut durchmischt. Der Kompost sollte Kontakt zum Boden haben. So können Bodenlebewesen wie Regenwürmer oder Aasseln besser ihrer tollen Arbeit – der weiteren Zersetzung – nachgehen. Decke den Kompost mit einem Kompostvlies ab. Folie ist ungeeignet, da sie zu wenig Sauerstoff durchlässt. Der Prozess der Vererdung dauert weitere 18 Monate. Nutze auch für diese Arbeitsschritte Handschuhe und säubere sie danach. Auch die Hände werden nach getaner Arbeit desinfiziert oder gründlich mit Seife gewaschen.

Dauer der Phase: 18 Monate
Benötigtes Equipment: Offener Komposter, Schubkarre, Mistgabel oder Schaufel, Handschuhe, Kompostvlies, Desinfektionsmittel

Worauf kommt es bei der Kompostierung an?

Es gibt ein paar Stellschrauben, die wir für eine gelungene Kompostierung und Hygienisierung richtig justieren müssen. Das ist alles keine Raketenwissenschaft. Dennoch musst du den Prozess, gerade am Anfang, etwas im Auge behalten.

1. Die ideale Zusammensetzung und Art der Ausgangsmaterialien:
Das Mischverhältnis ist eine wichtige Stellschraube. Orientiere dich an einem Mischverhältnis von ca. 25% Trockenklo-Inhalten und 75% Grünschnittmischung und schichte das Ganze wie eine Lasagne. Nach jeder Leerung haust du also nochmal die dreifache Menge Grünschnitt drauf. Es ist hier wichtig, eine Mischung aus zerkleinertem strauchigem, strohigem und holzigem Material, frischem Grün- und Rasenschnitt und ein paar Küchenabfällen zu nutzen. Das Mischverhältnis sollte natürlich auch immer entsprechend der verfügbaren Rohstoffe und Konsistenz der Trockenkloinhalte angepasst werden.

2. Dauerhafte und ausreichende Sauerstoffversorgung:
Die Mikroorganismen und Bodenlebewesen im Kompost brauchen Luft zum Atmen. Deswegen achte darauf, dass du genug strukturgebendes Material – wie kleine Äste oder Stroh – in die Kompost-Mischung einbringst. Wichtig nach dem Rasenmähen: nicht den gesamten Rasenschnitt in einer Lage oder einer Ecke aufschichten. Das Material verklebt nach wenigen Tagen, sodass kein Sauerstoff mehr zirkulieren kann. Vermisch den Rasenschnitt also immer gut mit Material, das die Sauerstoffzufuhr begünstigt.

3. Der Feuchtigkeitsgehalt:
Der Kompost darf nicht zu feucht und nicht zu trocken sein. Beides sind ungemütliche Bedingungen für die Mikroorganismen. Achte deshalb darauf, dass immer etwas saugfähiges Material mit in den Kompost gegeben wird, falls du Urin einfüllst. Auch kannst du den Urin vor dem Einfüllen mit »Kackpulver« vermengen. Bei akuter Feuchtigkeit im Komposter hilft Stroh oder anderes trockenes Material. Grundsätzlich gilt: Den Komposthaufen lieber etwas zu trocken als zu feucht aufsetzen.

4. Mineralische Substanz:
Ein Zusatz von mineralischer Substanz (z. B. Lehm oder Gesteinsmehl) wirkt sich positiv auf die Humusbildung aus. Im Goldeimer »Kackpulver« ist deshalb schon Gesteinsmehl enthalten. Die mineralischen Substanzen haben eine besonders große spezifische Oberfläche. Dadurch verbessert sich das Wasserspeichervermögen des Kompostes, es wird geeigneter Lebensraum für notwendige Mikroorganismen bereitgestellt und die Bildung von Ton-Humus-Komplexen gefördert. Sandiges Material hat weniger Einfluss.

5. Stetige Aufmerksamkeit:
Die Nase ist das beste Labor. Wenn du Fäulnisgerüche wahrnimmst, dann läuft etwas nicht richtig. Schaue dir die Prozesse nochmal genau an und überlege, wo etwas angepasst werden könnte. Kommt zu viel oder zu wenig Sauerstoff an den Kompost? Stimmt der Wassergehalt? Ist der Gehalt an leicht verfügbarem Kohlenstoff durch Grünschnitt und Stroh zu gering? Ist zu viel holziges Material dabei? Zu viel Rasenschnitt, der zusammenklebt und die Sauerstoffversorgung unterbindet?

Saisonplaner

Puh, das ist alles ganz schön viel Information auf einmal. Wir haben dir den Lage- und Zeitplan für deinen Garten einmal visualisiert. Du kannst ihn hier als Poster herunterladen und dir für den Garten ausdrucken.

Terra Preta im Kleingarten

Terra preta selbst herstellen durch Fermentation

Die Wenn du einen Humusdünger à la Terra preta herstellen möchtest, dann musst du deine Trockenkloinhalte fermentieren. Wichtig ist, dass die Fermentation kein Ersatz für die Kompostierung ist. Die Kompostierung findet immer im Anschluss statt.

Die Fermentation bietet viele Vorteile: Zum einen erfolgt in diesem Prozess eine saure Hygienisierung (pH-Wert von ca. 4), zum anderen werden dabei Nährstoffe an Pflanzenkohle und Gesteinsmehl im »Kackpulver« gebunden. Das heißt, die Nährstoffe sind nach Ausbringung für die Pflanzen langfristig verfügbar und können so optimal von ihnen genutzt werden.

Wie fermentiere ich Trockenkloinhalte?

Die Fermentation ist ein anaerober Prozess. Das bedeutet, sie findet unter Sauerstoffausschluss statt. Für eine erfolgreiche Fermentation sind effektive Mikroorganismen (EMs) notwendig. Die sind bereits im Goldeimer »Kackpulver« und in konzentrierter Form auch in unseren Goldeimer »EMs« zu finden. Die Mikroorganismen lenken den Prozess in die richtige Richtung. Wenn keine EMs hinzugefügt werden würden, wäre unerwünschte und schädliche Fäulnis das Resultat. Damit die Fermentation korrekt verläuft, solltest du Goldeimer »Kackpulver« als reguläre Einstreu für deine Klogänge nutzen. Spare hier nicht an Einstreu. Ist die Mischung zu feucht, kann das ebenfalls zu Fäulnis führen. Einfacher ist es am Anfang, wenn du den Urin mit einem Trenneinsatz separat sammelst und nicht mit fermentierst. Zusätzlich empfehlen wir, eine Sprühflasche Goldeimer »EMs« am Start zu haben, um ggf. mal nachzusteuern, wenn du Fäulnis oder Uringeruch im Eimer wahrnimmst.

Phase 1: Die Vorbereitung

Im Regelfall hast du noch deine Kacki-Gummihandschuhe an, da du das Klo gerade für den Eimerwechsel vorbereitet hast. Wenn nicht, dann ziehe sie dir nun an. Vor dir steht der volle Eimer. Die Trockenkloinhalte darin hast du noch ein letztes Mal ordentlich mit »EMs« eingesprüht, den »Schietbüdel« dann zugedreht und leicht in den Eimer gedrückt. Der Verschlussdeckel liegt bereit. Nimm diesen nun und drücke ihn fest auf den Eimerrand. Stelle sicher, dass er überall richtig sitzt, denn es darf kein Sauerstoff in den Eimer gelingen.

Den verschlossenen Eimer stellst du nun an einen Ort, an dem er möglichst über die gesamte Dauer der Fermentation Zimmertemperatur genießen kann. Zum Beispiel im Heizungskeller oder in der Sommerzeit in die Laube. Dein Klo nutzt du mit deinem zweiten Wechseleimer, während deine Schiete im vollen Eimer fermentiert.

Zeitaufwand: 5 Minuten
Benötigtes Equipment: Robuste Gummihandschuhe, Verschlussdeckel für den Eimer, Goldeimer »EMs«, Wechseleimer fürs Klo, Desinfektionsmittel

Phase 2: Die Fermentation

Jetzt heißt es Geduld haben. Die Fermentation dauert je nach Bedingungen 3-6 Wochen. Überprüfe zwischendurch, ob der Prozess wie gewünscht verläuft. Wenn du die Fermentation weiter optimieren willst, empfiehlt es sich ab und zu 3-5 Pumphübe Goldeimer »EMs« einzusprühen und den Deckel danach wieder luftdicht zu verschließen. Denk dran: die Fermentation ist ein anaerober Prozess. Auch kannst du weitere Kohlenhydrate als Nahrung für die Milchsäurebakterien hinzufügen. Sirup eignet sich am besten, Zucker geht aber auch. Einfach 1 Esslöffel Sirup in 0,5 Liter warmem Wasser auflösen, abkühlen lassen und mit einer ausgedienten Sprühflasche aufsprühen. Auch hier genügen ein paar Pumphübe.

Meist bildet sich auf der Oberfläche ein weißer Flaum von Hefebakterien. Das ist durchaus erwünscht. Breitet sich allerdings ein grüner Schimmelrasen aus, ist die Fermentation nicht korrekt verlaufen. Am Ende sollte die Mischung leicht pilzig nach Waldboden riechen. Wenn die Fermentation erfolgreich abgeschlossen ist, wird der Inhalt des Eimers behutsam in deinen Schnellkomposter entleert, um Phase 1 der Kompostierung zu durchlaufen. Trage für das Einfüllen wieder deine Handschuhe und desinfiziere sie danach. Ebenso deine Hände.

Dauer der Phase: 3-6 Wochen
Benötigtes Equipment: Robuste Gummihandschuhe, Desinfektionsmittel

Verwertung von Urin

Urin ist spannend. Frisch ausgeschieden ist er per se keimfrei und enthält gleichzeitig den Großteil der von uns ausgeschiedenen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Das sind die wichtigsten Pflanzennährstoffe. Man kann mit Selbstbewusstsein sagen, dass Menschen einen flüssigen Volldünger ausscheiden – und den kannst du mit einem Trenneinsatz für das Trockenklo »Basic«, »Camper« oder »Premium« ganz einfach nutzen.

Bitte beachte, dass in Kleingärten die Nutzung von flüssigem Urin i.d.R. nicht gestattet ist. Die Kompostierung von flüssigem Urin oder mit Urin angereichertem »Kackpulver« oder anderer Einstreu ist von dieser Beschränkung allerdings nicht betroffen. Viele Kleingärtner*innen mischen trotzdem immer mal wieder etwas Pipi ins Gießwasser. Wenn du nicht krank bist und keine Medikamente nimmst, ist dies unabhängig von der rechtlichen Lage ziemlich unbedenklich.

Hygienisierung von Urin

Die WHO empfiehlt, den Urin sechs Monate in einem geschlossenen Gefäß, z.B. einem ausgedienten 20 l Wasserkanister, zu lagern. Das Enzym Urease sorgt dafür, dass im Urin ein Abbauprozess startet, bei dem sich der pH-Wert in ein basisches Milieu verschiebt. Falls dein Urin Keime enthalten sollte, werden diese abgetötet, da sie im basischen pH-Bereich nicht überleben können.

Zur Vermeidung von Ammoniakbildung im Kanister kannst du eine Fermentation starten. Pro Liter Urin mischst du zwei Esslöffel Sirup oder Zucker und zwei Esslöffel »EMs« in den Kanister. Abwechselnd werden der Sirup und Urin eingefüllt und geschwenkt, bis der Kanister befüllt ist. Nebeneffekt dieser Fermentation ist, dass der Urin mehr Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form enthält und somit ein besserer Dünger wird. Die Nase ist hierbei wieder das beste Labor. Wenn die Fermentation gelingt, riecht es leicht säuerlich. Läuft etwas falsch, riechst du einen stechenden Uringeruch. Mit etwas mehr Sirup und »EMs« kannst du dann erneut nachsteuern.

Kompostierung mit Urin

Wenn du deinen Urin mit Goldeimer »Kackpulver« vermengst, kannst du den Inhalt einfach auf deinen normalen Grünschnitt-Kompost geben. Zur Hygienisierung muss das Gemisch mindestens sechs Monate kompostiert werden. Die mit Urin angereicherte Pflanzenkohle im »Kackpulver« ist ein wunderbarer Zuschlagstoff für die Kompostierung. Der fertige Kompost wird also einen höheren Nährstoffgehalt aufweisen.

Anwendung im Garten

Wir möchten dir ein paar Infos an die Hand geben, was du mit den erzeugten Düngern alles machen kannst. Die Angaben sind grobe Orientierungen. Es sind ebenfalls die Bodenfruchtbarkeit, der Grad der Nährstoffversorgung in deinem Garten und natürlich die anzubauenden Pflanzen in die Düngeentscheidung einzubeziehen. Du wirst merken, Kompost macht viel aus – aber eben nicht alles. Durch das Einarbeiten von Kompost bekommt der Boden nach und nach einen höheren Humusanteil. Dieser ist wichtig für alle Bodenlebewesen wie Bakterien, Algen, Pilze, Asseln oder Regenwürmer – aber auch für die Bodenfruchtbarkeit und die bedarfsgerechte Bereitstellung von Nährstoffen für die Pflanzen. Ebenso wichtig ist es, dafür zu Sorgen, dass auch schneller verfügbare Nährstoffe hinzugegeben werden – gerade in der Wachstumsaison. Das heißt im Klartext: Düngen. Mit deinem NPK-Dünger aus Urin.

Wichtig: Beachte die Richtlinien zur Hygienisierung, die wir in den Kapiteln »Fermentation«, »Kompostierung« und »Verwertung von Urin« bereitstellen. Humusdünger aus kompostierten Fäkalien sollte nur an Zierpflanzenbeeten, Obstbäumen und Obststräuchern ausgebracht werden und nicht im Gemüsebeet.

Ausbringung des Komposts

Bevor es im Frühjahr losgeht, ungefähr zwei Wochen vor Aussaat bzw. Pflanzbeginn, sollte dein fertig kompostierter Kacki-Kompost ausgebracht und in den oberen 5cm des Bodens eingearbeitet werden. Wenn du die Inhalte aus deinem Trockenklo ohne Fermentation kompostiert hast, kannst du bis zu acht Liter pro Quadratmeter ausbringen. Bei Kompost mit Beimischungen aus der Fermentation oder Urin-getränktem Goldeimer »Kackpulver« reichen schon vier Liter.

Ausbringung des Urins

Wenn du Urin in flüssiger Form gesammelt hast, kannst du auch während der Wachstumssaison düngen. Dafür solltest du den Urin im Verhältnis 1:20 mit Wasser verdünnen und dann mit der Mischung alle zwei Wochen gießen. Vier Wochen vor der Ernte solltest du nicht mehr mit Urin düngen.

Hol dir dein erstes Trockenklo

Nun weißt du alles was du wissen musst. Wenn du dich noch nicht für ein Klo entschieden hast, dann gönn dir eins von Goldeimer und WERKHAUS. Hergestellt in Norddeutschland mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Außerdem bekommst du hier alle Betriebsmittel wie »Kackpulver« und »EMs«. Goldeimer ist gemeinnützig und in Verantwortungseigentum. Dein Kauf unterstützt unsere Arbeit für eine nachhaltige Sanitärwende.